Ähnlich wie der Mensch verschafft sich ein Baum an heißen und trockenen Tagen Kühlung, indem er transpiriert. Er schwitzt buchstäblich Wasser über seine Blätter oder Nadeln aus. Weil er dann aber mehr Wasser durch Transpiration verliert, als er über seine Wurzeln aufnehmen kann, stoppt er sein Stammwachstum. Mit anderen Worten: Bäume hören auf zu wachsen, bevor die Photosynthese gehemmt wird. Insgesamt wüchsen sie nur während eines engen Zeitfensters von wenigen Stunden innerhalb eines Tages. 
Demnach schrumpft und dehnt sich der Stammradius unter dem Einfluss von Trockenstress. Mit einem so genannten Punktdendrometer konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Radiusänderungen in mikrometergenauer Auflösung messen. Dass Bäume überwiegend in der Dunkelheit zulegen, begründen die Forschenden mit der nachts höheren Luftfeuchtigkeit. Tagsüber dagegen hemme die trockenere Luft das Wachstum ? selbst bei feuchten Böden. 